
Mit klaren Beschlüssen, wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft und zahlreichen Ehrungen ist der 26. Sporttag des Regionssportbundes Hannover im Haus der Region Hannover zu Ende gegangen. Rund 250 Delegierte sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Sport folgten nach Angaben des Regionssportbundes der Einladung. Der organisierte Sport in der Region Hannover sehe sich gut aufgestellt, handlungsfähig und bereit, die Herausforderungen der kommenden Jahre aktiv anzugehen.
Der Sporttag ist das oberste Organ des Regionssportbundes. Er setzt sich aus Vertretern der Vereine, Fachverbände und Sportringe, dem Vorstand, Ehrenvorstandsmitgliedern sowie den Kassenprüfern des Regionssportbundes Hannover zusammen und findet in der Regel in den geraden Kalenderjahren statt.
Der Vorsitzende für Sportpolitik des Regionssportbundes Hannover, Ulf Meldau, begrüßte die Teilnehmer und verwies auf die Bedeutung des organisierten Sports in der Region. „Wir vertreten hier und heute 644 Vereine mit rund 181.000 Mitgliedern. Das zeigt eindrucksvoll, welche Kraft und gesellschaftliche Bedeutung der Vereinssport besitzt“, sagte Meldau.
In seinem Bericht spannte er den Bogen von Ehrenamt und Vereinsentwicklung über Sportstättenbau und Ganztag bis hin zur Sportpolitik. Dabei machte er deutlich, dass der Regionssportbund auch künftig als Partner seiner Mitgliedsvereine auftreten wolle. „Der Regionssportbund Hannover versteht sich als Dienstleister für seine Vereine. Fordert uns – wir helfen, wo wir können“, sagte Meldau.
Zugleich unterstrich er die Bedeutung einer offenen und konstruktiven Zusammenarbeit innerhalb des organisierten Sports. Unterschiedliche Auffassungen gehörten zu einer lebendigen Demokratie und könnten wichtige Entwicklungen anstoßen. Entscheidend sei, miteinander im Gespräch zu bleiben.
Der Sporttag fand erneut im Haus der Region Hannover statt. Als Gastgeber begrüßte der Regionssportbund den Ersten Regionsrat und Dezernenten für Umwelt, Klima, Planung und Bauen, Jens Palandt, sowie die neue Dezernentin für Bildung, Kultur und Baumanagement, Isabella Gifhorn. In seinem Grußwort würdigte Palandt die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Region Hannover und Regionssportbund. Sportvereine leisteten weit mehr als reine Sportangebote. Sie schafften Begegnungen, förderten Integration, stärkten demokratische Werte und übernähmen gesellschaftliche Verantwortung.
Zu den Gästen zählten zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und Sport, darunter die Bürgermeister Henning Schünhof, Ingo Klokemann und Olaf Kruse. Begrüßt wurden außerdem die Kandidaten für das Amt der Regionspräsidentin beziehungsweise des Regionspräsidenten der Region Hannover, Eva Bender, Dr. Oliver Junk, Sinja Münzberg, Robert Reinhardt-Klein sowie Oliver Wempe.
Zu Beginn des Sporttages gedachten die Delegierten der verstorbenen Mitglieder der Sportfamilie. Stellvertretend wurde an Karl Kellner erinnert, der am 15. Februar 2025 im Alter von 91 Jahren verstarb. Von 1975 bis 1996 engagierte er sich in verschiedenen Funktionen für den damaligen Sportkreis Hannover-Land, den Vorgänger des heutigen Regionssportbundes Hannover. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit der Goldenen Ehrennadel des Regionssportbundes Hannover und der Goldenen Ehrennadel des LandesSportBundes Niedersachsen ausgezeichnet.
Ein zentrales Thema der Rede von Ulf Meldau war das Ehrenamt. Die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Funktionsträger sowie qualifizierter Übungsleitungen bleibe eine der größten Herausforderungen für die Vereine. „Die Bürokratie ist und bleibt leider ein großer Feind des Ehrenamtes. Wer sich für die Gesellschaft engagiert, sollte Unterstützung erfahren und nicht durch zusätzliche Hürden ausgebremst werden“, sagte Meldau.
Einen Schwerpunkt des Sporttages bildeten die beschlossenen Satzungsänderungen. Mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit verabschiedeten die Delegierten eine grundlegende Reform der Mitbestimmung. Künftig wird der Sporttag nicht mehr über ein Delegiertensystem organisiert. Stattdessen gilt das Prinzip: ein Verein, ein Fachverband und ein Sportring, eine Stimme. Der Regionssportbund reagiert damit nach eigenen Angaben auf den Wunsch vieler Vereine nach einer einfacheren und unbürokratischeren Beteiligung. Zugleich soll die Gleichbehandlung aller Mitgliedsorganisationen gestärkt werden.
Ebenfalls beschlossen wurde die Umwandlung der bisherigen Vorstandsfunktion „Sportringe“ in die neue Funktion „Netzwerk“. Ziel ist es, die Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Vereinen, Fachverbänden, Kommunen und weiteren Partnern auszubauen. Auch die neue Jugendordnung der Sportjugend wurde einstimmig bestätigt.
Vorstand Finanzen und Verwaltung Armin Rückert stellte die Jahresabschlüsse 2024 und 2025 sowie die Haushaltsplanungen der kommenden Jahre vor. Die Kassenprüfer bescheinigten dem Vorstand eine ordnungsgemäße, transparente und vorbildliche Haushaltsführung. Sämtliche Prüfungen verliefen ohne Beanstandungen. Auf Empfehlung der Kassenprüfer entlasteten die Delegierten den Vorstand sowohl für das Geschäftsjahr 2024 als auch für das Geschäftsjahr 2025 einstimmig. Auch der Nachtragshaushalt 2026 sowie die Haushaltspläne für die Jahre 2027 und 2028 wurden beschlossen. Trotz steigender Kosten plant der Regionssportbund derzeit keine Beitragserhöhung für seine Mitgliedsvereine.
Ein wichtiges Zukunftsthema bleibt die Ganztagsbetreuung an Schulen. Gemeinsam mit dem Partner „Kollektiv 17“ hat der Regionssportbund Anfang 2026 das Kompetenzzentrum Ganztag eröffnet und bereits Trägerschaften an vier Schulen übernommen. Meldau sieht darin große Chancen für die Vereine. „Wir wollen Vereinen helfen, sich professioneller aufzustellen und gleichzeitig Kindern den Zugang zum Vereinssport erleichtern. Die Ganztagsschule kann ein wichtiger Türöffner für die Zukunft unserer Vereine sein“, sagte er.
Positiv bewertete der Vorstand auch die Entwicklung im Bereich Sportstättenbau. Zahlreiche Vereine konnten in den vergangenen Jahren von Fördermitteln auf Landes-, Regions- und kommunaler Ebene profitieren. Meldau bezeichnete die Verbesserung der sportlichen Infrastruktur weiterhin als eine der wichtigsten Aufgaben des Regionssportbundes. Lob fand dabei insbesondere die Digitalisierung der Förderverfahren des LandesSportBundes Niedersachsen, die zu einer deutlichen Vereinfachung der Antragstellung geführt habe.
Ein Höhepunkt des Sporttages waren die Ehrungen verdienter Persönlichkeiten des Sports. Die RSB-Ehrennadel in Bronze erhielt Ulrich Springhorn für sein langjähriges Engagement im Sportring Wunstorf sowie als Kassenprüfer des Regionssportbundes. Die RSB-Ehrennadel in Gold ging an Jürgen Harfst für seinen jahrzehntelangen Einsatz für den Turnsport und die Verbandsarbeit.
Mit Ehrennadeln des LandesSportBundes Niedersachsen wurden Berthold Kuban vom Sportring Barsinghausen, Dagmar Ernst aus dem Vorstand Vereinsentwicklung des Regionssportbundes Hannover, Jörg Bohlen vom Fachverband Judo Region Hannover, Karl Levin vom ehemaligen Fachverband Segeln, Dr. Dieter Borvitz vom Fachverband Radsport Region Hannover, Harald Gries vom ehemaligen Sportring Hemmingen und Carsten Elges aus dem Vorstand Sportringe des Regionssportbundes Hannover ausgezeichnet. Zudem wurde Karl Günther Wieneke vom Sportring Isernhagen für die Verleihung der Niedersächsischen Sportmedaille vorgeschlagen.
Mit großem Applaus verabschiedete der Sporttag Carsten Elges aus dem Vorstand des Regionssportbundes. Seit 2018 hatte er als Vorstand Sportringe die Arbeit des Verbandes mitgeprägt. Zum Dank erhielt er eine Erinnerungs-Collage sowie einen Gutschein.
Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen wurden alle vorgeschlagenen Kandidaten mit großer Zustimmung gewählt. Dagmar Ernst vom VfB Pattensen wurde als Vorstand Vereinsentwicklung bestätigt. Katharina Lika vom TSV Groß Munzel wurde als Vorstand Sportentwicklung wiedergewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Karsten Heimberg vom SV Gümmer als Vorstand Netzwerk.
Auch die turnusmäßigen Wahlen der Kassenprüfer standen auf der Tagesordnung. Für weitere vier Jahre wurden Gunter Rust vom SV Butteramt aus Wunstorf sowie Ulrich Springhorn vom Tennisclub Großenheidorn aus Wunstorf als Kassenprüfer bestätigt. Als Ersatzkassenprüfer wurde Till Reichenbach vom Schützenverein Elze aus der Wedemark wiedergewählt. Darüber hinaus wurde Arne Claassen vom TSV Rethen aus Laatzen für die verbleibende Amtszeit von zwei Jahren als weiterer Ersatzkassenprüfer gewählt. Die Nachwahl war erforderlich geworden, nachdem Susanne Nordmann ihr Amt zur Vermeidung einer Interessenkollision niedergelegt hatte.
Mit Blick auf die Kommunalwahl im September 2026 warb der Regionssportbund für eine aktive Beteiligung an demokratischen Prozessen. Bereits am Mittwoch, 19. August, um 18 Uhr lädt der Regionssportbund Hannover zu einem sportpolitischen Forum in die Räumlichkeiten der Region Hannover ein. Unter der Moderation von Christoph Dannowski sollen die Kandidaten für das Amt der Regionspräsidentin beziehungsweise des Regionspräsidenten ihre Positionen zu Sportförderung, Ehrenamt, Sportstättenentwicklung und gesellschaftlichem Zusammenhalt vorstellen.
„Demokratie braucht eine hohe Wahlbeteiligung“, betonte Meldau und rief die Vereine dazu auf, ihre Mitglieder zur Teilnahme an den Wahlen zu motivieren. Informationen und die Anmeldung zum sportpolitischen Forum gibt es unter www.rsbhannover.de/sportpolitisches-forum.
Der 26. Sporttag des Regionssportbundes Hannover machte nach Angaben des Verbandes deutlich, dass der organisierte Sport in der Region Hannover geschlossen und zukunftsorientiert auftreten wolle. Mit einer soliden finanziellen Basis, einer modernen Satzungsstruktur, starken Netzwerken und einem klaren Bekenntnis zum Ehrenamt sieht sich der Verband für die kommenden Jahre gerüstet.
„Wir alle arbeiten für dieselbe gute Sache – den Sport in unseren Vereinen. Im Sinne des Sports, im Sinne unserer Vereine: Auf geht’s!“, sagte Meldau zum Abschluss.

Foto: Regionssportbund
