CDU kritisiert Tempo beim Sirenenausbau in der Region Hannover

Die CDU-Regionsfraktion kritisiert den aus ihrer Sicht schleppenden Ausbau der Sireneninfrastruktur in der Region Hannover. Fünf Jahre nach der Ahrtal-Katastrophe und sechs Jahre nach dem bundesweiten Warntag-Debakel verfüge die Region Hannover weiterhin über kein flächendeckendes Warnsystem für die Bevölkerung. Das geht nach Angaben der CDU aus einer aktuellen Antwort der Regionsverwaltung auf eine Anfrage der Fraktion hervor.

Demnach können derzeit lediglich rund 10 Prozent der Regionsbevölkerung im Umland überhaupt mittels Sirenenalarm gewarnt werden. Aktuell verfügen nach Angaben der CDU lediglich die Städte Garbsen und Laatzen über Sirenen zur Warnung der Bevölkerung. Nur Garbsen habe bereits ein flächendeckendes Sirenennetz aufgebaut. Seit der letzten Anfrage im Jahr 2023 seien in der gesamten Region lediglich 20 weitere Sirenen installiert worden.

„Diese Zahlen sind alarmierend. Wer fünf Jahre nach der Ahrtalflut feststellen muss, dass 90 Prozent der Menschen im Umland in der Region Hannover im Ernstfall nicht per Sirene gewarnt werden können, der kann mit dem bisherigen Tempo nicht zufrieden sein“, erklärt der Vorsitzende der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek.

Bereits 2022 hatte die Regionsverwaltung nach Angaben der CDU selbst einen Bedarf von rund 600 Sirenenstandorten und Investitionskosten von etwa 9 Millionen Euro angenommen. Dennoch rechne die Region erst bis zum Jahr 2030 mit einem flächendeckenden Sirenennetz.

Schlossarek kritisiert besonders den Fortschritt beim Sirenen-Förderprogramm der Region. Das Programm geht nach Angaben der CDU auf einen Beschluss der Regionsversammlung vom 17. Dezember 2024 zurück, der auf Initiative der Gruppe CDU/FDP verabschiedet wurde. „Die Regionsversammlung hat ein Förderprogramm zur Errichtung von Sirenen beschlossen, doch bislang ist durch dieses Programm noch keine einzige Sirene installiert worden. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Die Menschen erwarten zu Recht, dass beim Bevölkerungsschutz gehandelt und nicht nur verwaltet wird. Wer erst bis 2030 ein flächendeckend funktionierendes Sirenennetz schaffen will, hat den Ernst der Lage nicht erkannt. Es kann einfach nicht sein, dass die Region Hannover beim Bevölkerungsschutz noch immer im Blindflug unterwegs ist.“

Zwar wurden nach Angaben der CDU Fördermittel für insgesamt 180 Sirenenanlagen beziehungsweise Steuerempfänger bewilligt, unter anderem für Burgdorf, Burgwedel, Langenhagen, Neustadt, Ronnenberg und Wunstorf. Die Projekte befinden sich laut Regionsverwaltung jedoch überwiegend noch in Ausschreibung oder Planung. Fördermittel seien bislang noch nicht ausgezahlt worden, da noch keine Maßnahmen abgeschlossen worden seien.

Auch fehlende Transparenz beim Ausbau bemängelt die CDU-Fraktion. Die Regionsverwaltung führe bislang kein öffentlich zugängliches Kataster über Sirenenstandorte oder bestehende Versorgungslücken.

„Die Region Hannover braucht endlich einen verbindlichen Masterplan für den Sirenenausbau statt eines Flickenteppichs aus Einzelmaßnahmen“, so Schlossarek weiter. „Sirenen sind kein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Gefahrenabwehr – gerade bei Stromausfällen, Extremwetterlagen oder anderen Großschadensereignissen.“

Grundlage der Kritik ist die Anfrage des Regionsabgeordneten Bernward Schlossarek „Fünf Jahre nach der Ahrtalflut: Warum gibt es in der Region Hannover noch immer kein funktionierendes Sirenennetz für die Bevölkerung?“ vom 6. März 2026, die am 30. April beantwortet wurde.

Download als PDF

Nach oben scrollen