
Die Jusos Region Hannover haben gemeinsam mit der pro familia Beratungsstelle Hannover über Schwangerschaftskonfliktberatung und Schwangerschaftsabbrüche diskutiert. Wie die Jugendorganisation mitteilt, standen dabei sowohl die konkrete Beratungsarbeit von pro familia als auch die aktuelle rechtliche und gesellschaftliche Situation im Mittelpunkt.
„Der Austausch hat gezeigt, dass es nicht an Erkenntnissen fehlt, sondern an Umsetzung. Die bestehenden Hürden sind bekannt, nur jetzt braucht es eben auch politischen Willen, sie abzubauen“, erklärt Ronja Heinrich, Co-Vorsitzende der Jusos Region Hannover.
Im Gespräch sei es um mögliche Reformen auf Bundesebene sowie um Handlungsbedarfe in der Region Hannover gegangen. Nach Darstellung der Jusos wurde dabei deutlich, dass auch auf kommunaler Ebene weiterhin Verbesserungen notwendig und möglich seien. Insbesondere müsse sichergestellt werden, dass Schwangerschaftsabbrüche in der Region Hannover flächendeckend möglich und für Betroffene gut zugänglich bleiben. Zudem sehen die Jusos weiterhin Reformbedarf bei der Verfügbarkeit von Dolmetschern für die medizinische Praxis, um eine niedrigschwellige und verständliche Beratung für alle zu gewährleisten.
Für die Jusos ist klar, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht ins Strafgesetzbuch gehören. Die Abschaffung des Paragrafen 219a sei ein wichtiger erster Schritt gewesen, reiche aber nicht aus. Perspektivisch müsse der gewünschte Schwangerschaftsabbruch vollständig aus dem Strafgesetzbuch herausgelöst und in einem anderen rechtlichen Rahmen geregelt werden, um Verunsicherung und die Kriminalisierung von Finta-Personen und Ärzten zu beenden.
„Wer ein selbstbestimmtes Leben ernst nimmt, muss auch den sicheren und legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen absichern. Es reicht nicht, auf halbem Weg stehenzubleiben. Hier braucht es von der SPD den Mut zu einer vollständigen Reform“, so Anton Halbrügge, Co-Vorsitzender der Jusos Region Hannover.
Nach Angaben der Jusos hat der Austausch mit pro familia zudem neue Impulse und Ideen für Anträge hervorgebracht, die nun in die SPD eingebracht werden sollen.
