607 Stunden Großbrand, Führungswechsel nach 24 Jahren und drei neue Aktive

Ortsbrandmeister Björn Schimkewitsch (links) und sein Stellvertreter Lars Bode (rechts) mit Bürgermeisterin Ortrud Wendt (2. von links) und den Beförderten.
Foto: Dieter Siedersleben

Ein Großbrand mit 607 Einsatzstunden, der Führungswechsel nach jahrelanger Tätigkeit und drei neue aktive Mitglieder trotz demografischem Wandel – das Jahr 2025 war für die Freiwillige Feuerwehr Thönse ereignisreich. Bei der Jahreshauptversammlung am gestrigen Sonnabend, 14. Februar 2026, in der Mehrzweckhalle berichtete Ortsbrandmeister Björn Schimkewitsch vor rund 100 Gästen.

Unter den Anwesenden waren der Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt, Burgwedels Bürgermeisterin Ortrud Wendt, Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker und Ordnungsamt-Mitarbeiterin Michaela Greite, die Vorsitzende des Ausschusses für Feuerschutz und Öffentliche Sicherheit Susanne Dannhauer sowie Ortsbürgermeister Klemens Koss. Aus der Feuerwehr kamen der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Dirk Thelow, Stadtbrandmeister Carsten Rüdiger und seine Stellvertreter Florian Leisenberg und Tibor Biczók. Zudem waren Vertreter der Ortsfeuerwehren Engensen, Wettmar und Fuhrberg sowie die Ehrenstadtbrandmeister Heinz-Jürgen Krüger und Friedhelm Leisenberg anwesend. Der Musikzug Wettmar sorgte für die musikalische Umrahmung.

Pals Hof: 607 Einsatzstunden beim Großbrand

Das Jahr 2025 begann ereignisreich mit dem Großbrand auf Pals Hof am 3. Januar. Die Alarmierung erfolgte um 14:37 Uhr, die letzten Kameraden verließen das Feuerwehrhaus erst um 13:08 Uhr am Folgetag. „Allein dieser Einsatz bedeutete für die Kameraden aus Thönse 607 Einsatzstunden“, berichtete Schimkewitsch.

Sein besonderer Dank galt der Thönser Bevölkerung, „die uns während dieses langen Einsatzes mit warmen Getränken und kleinen Snacks versorgte“. Ebenso dankte er den Alterskameraden, „die im Feuerwehrhaus die Bewirtung der Einsatzkräfte übernahmen. Diese Unterstützung ist nicht selbstverständlich und zeigt den starken Zusammenhalt in unserem Ort.“

Insgesamt wurde die Wehr noch zwei weitere Male zur Brandruine gerufen, da das Feuer tief im Stroh und Heu saß. Der letzte Einsatz in Zusammenhang mit diesem Ereignis fand am 10. März auf dem Feld statt.

Durch die neue Aufgabe der Feuerwehr Thönse – die Besetzung der Hygienekomponente der Stadt Burgwedel – war die Wehr zusätzlich bei mehreren Einsätzen gefordert, zuletzt unter anderem bei einem LKW-Brand auf der Autobahn am 15. Oktober.

Insgesamt verzeichnete die Ortswehr im vergangenen Jahr 14 Brandeinsätze mit 792,32 Stunden (82,79 Stunden mehr als im Vorjahr) sowie drei kleinere technische Hilfeleistungen mit 26,15 Stunden (211,32 Stunden weniger als im Vorjahr, da es 2024 eine größere Sturmlage gegeben hatte).

Einige Kameraden engagierten sich zusätzlich in der Regionsfeuerwehrbereitschaft, die im Ernstfall bei Großschadenslagen ausrückt – hier wurden 107 Stunden geleistet. Die Lehrgangsstunden beliefen sich auf 195,25 Stunden, sodass die Wehr insgesamt auf 4.205,18 Dienststunden kam.

Führungswechsel: Ingmar Franke nach 24 Jahren im Kommando verabschiedet

Im Februar fand die Jahreshauptversammlung mit den Neuwahlen des Ortsbrandmeisters und des stellvertretenden Ortsbrandmeisters statt. Ingmar Franke entschied sich nach 24 Jahren im Kommando, zuletzt 14 Jahre als Ortsbrandmeister, nicht erneut zur Wahl anzutreten. Die Aktiven wählten Lars Bode zu Schimkewitschs Nachfolger als stellvertretenden Ortsbrandmeister, und Björn Schimkewitsch durfte die Nachfolge von Ingmar Franke als Ortsbrandmeister antreten.

Die offizielle Amtszeit endete jedoch erst Ende Juni. „So konnte Ingmar sich bei verschiedenen Thönser Veranstaltungen – darunter das Osterfeuer, das Maibaumaufstellen und das Schützenfest – gebührend verabschieden“, berichtete Schimkewitsch.

Am 27. Juni fand schließlich die offizielle Verabschiedung und Ernennung im Rathaus statt. Als besondere Überraschung wurde Franke von einer Abordnung abgeholt und in Kolonne mit mehreren Fahrzeugen, Blaulicht und Martinshorn nach Thönse begleitet. „Ziel war das Schützenhaus, wo ihn zahlreiche Wegbegleiter und die Feuerwehr Thönse in Empfang nahmen. Es war ein würdiger Abschluss seiner langjährigen Tätigkeit.“

Schimkewitsch dankte: „Ingmar, vielen Dank für die vielen Jahre – insbesondere auch für die letzten sechs Jahre, in denen ich dein Stellvertreter sein durfte, sowie für den reibungslosen Übergang, bei dem wir alle hervorragend zusammengearbeitet haben.“

Ingmar Franke wurde anschließend zum Ehrenortsbrandmeister ernannt. Er erhielt zudem das Ehrenabzeichen der Ehrenortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Thönse.

Der Sommer verlief einsatztechnisch erfreulich ruhig, sodass Lars Bode und Björn Schimkewitsch sich in ihren neuen Rollen gut einfinden konnten. „Lars, auch dir vielen Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich freue mich auf die kommenden Jahre.“

Drei neue Aktive trotz demografischem Wandel

Die Ortswehr konnte drei neue aktive Kameraden gewinnen: Christopher Otte, Nicola Mohrlüder und Dirk Eilert. Alle drei waren im vergangenen Jahr noch auf der passiven Seite tätig. „Vielen Dank für eure Bereitschaft, nun aktiv mitzuwirken“, so Schimkewitsch.

Christopher Otte und Nici Mohrlüder haben am 11. Oktober ihre Prüfung zur QS1 erfolgreich bestanden und sind somit einsatzfähig.

Folgende Lehrgänge wurden außerdem erfolgreich absolviert: Carmen Bode – Qualifikationsstufe Truppführende, Lars Bode – Vegetationsbrandbekämpfung Modul 3 sowie Zugführer Teil 1 und 2, Emma Hengstmann – Sprechfunk im Digitalfunk Basismodul, Cornelius Matthes – Qualifikationsstufe Truppführende, Tobias Mohrlüder – Sprechfunk im Digitalfunk Basismodul und Qualifikationsstufe Truppführende, Robin Mook – Sprechfunk im Digitalfunk Basismodul, Kerstin Müller – Gruppenführer Teil 1 sowie im Januar Gruppenführer Teil 2, Bernd Rathmann – Vegetationsbrandbekämpfung Modul 3 und Fortbildung Gruppenführer sowie Christoph Schöttner – Maschinistenlehrgang.

Die Gesamtmitgliederzahl mit Kindern und Jugendlichen liegt bei 362 – ein Plus von fünf. Mit 44 Aktiven stehe man aktuell noch gut da, so Schimkewitsch. Doch er warnte: „Der demografische Wandel macht auch vor der Feuerwehr nicht halt. Die Babyboomer-Jahrgänge erreichen in den kommenden Jahren die Altersgrenze. Wie lange stehen wir noch gut da?“

Daher richtete sich sein Appell an die passiven Mitglieder und an die Thönser Bevölkerung: „Dass vieles möglich ist, zeigen zahlreiche Beispiele.“ Er nannte Christopher Otte – „junger Familienvater, im letzten Jahr noch passiv, heute aktiv dabei“, Nicole und Tobias Mohrlüder – „junge Eltern, beide aktiv in der Feuerwehr“, Cornelius und Annike Matthes – „ebenfalls junge Eltern und gemeinsam engagiert“, Christoph und Katharina Schöttner – „er aktiv und Kinderfeuerwehrwart, sie Betreuerin in der Kinderfeuerwehr“ sowie Dirk Eilert – „mit 59 Jahren noch den Schritt in den aktiven Dienst gewagt“.

„Alter oder familiäre Situation sind kein Hindernis – Engagement ist in jeder Lebensphase möglich“, betonte Schimkewitsch. Um die Arbeit und Aufgaben näher vorzustellen, lädt die Wehr am 6. März ab 19 Uhr zu einem Schnupperdienst ein. Im Anschluss gibt es etwas vom Grill und Getränke.

Drei Ehrungen für 50-jährige Mitgliedschaft

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Landes Niedersachsen geehrt: Oberlöschmeister Klemens Koss, Oberlöschmeister Bernd Rathmann und Erster Hauptlöschmeister Hartmut Ehlers.

Das Ehrenabzeichen der Ehrenortsbrandmeister erhielt zudem auch Brandmeister Wilhelm Ehlers, dem es im Vorfeld aus gesundheitlichen Gründen bereits übergeben worden war.

Christopher Otte und Nicola Mohrlüder wurden verpflichtet und zu Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrfrau ernannt.

Zum Oberfeuerwehrmann wurden befördert: Léon Schimkewitsch, Robin Mook und Cornelius Matthes. Zum Hauptfeuerwehrmann wurde ernannt: Tobias Mohrlüder. Zur Ersten Hauptfeuerwehrfrau bzw. zum Ersten Hauptfeuerwehrmann wurden befördert: Carmen Bode und Sven Drossel. Kerstin Müller wurde zur Löschmeisterin ernannt. Lars Bode erhielt den Dienstgrad Erster Hauptlöschmeister. Björn Schimkewitsch wurde zum Brandmeister ernannt.

Dank und Ausblick

Schimkewitsch dankte dem Ortskommando und allen Kameradinnen und Kameraden „für euren unermüdlichen Einsatz für Thönse und das gesamte Stadtgebiet“. Ebenso dankte er dem Stadtkommando und der Verwaltung „für die stets gute Zusammenarbeit“.

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