Mehr Unfälle mit Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern

Die Verkehrsunfallstatistik des Polizeikommissariats Großburgwedel zeigt für 2025 einen deutlichen Anstieg bei Unfällen mit Fahrrädern und Pedelecs. Insgesamt wurden im Bereich der Stadt Burgwedel und der Gemeinde Isernhagen 68 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrrädern oder Pedelecs registriert. Im Vorjahr waren es 56. Das entspricht einem Anstieg um 21,4 Prozent. Nach Einschätzung der Polizei dürfte diese Entwicklung auf die zunehmende Verbreitung entsprechender Räder zurückzuführen sein. 

Bei 50 Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Fahrrädern oder Pedelecs wurden Personen leicht verletzt. In Burgwedel waren es 26 Fälle, in Isernhagen 24. Die Zahl der schwer verletzten Radfahrer lag bei fünf. Zwei dieser Fälle wurden in Burgwedel registriert, drei in Isernhagen. In vier Fällen verunglückten die Radfahrer alleinbeteiligt. Beim fünften Unfall missachtete ein Radfahrer die Vorfahrt an der BAB-7-Zufahrt in Altwarmbüchen/Kirchhorst. 

Die statistisch erfassten Unfallursachen bei Radfahrern zeigen ein gemischtes Bild. In sechs Prozent der Fälle spielten Alkoholisierung oder körperliche Mängel eine Rolle. Jeweils 16 Prozent entfielen auf die verbotswidrige Nutzung von Fahrbahn oder Straßenteilen sowie auf das Missachten von Vorfahrtszeichen oder Vorrang. 20 Prozent der Unfälle standen im Zusammenhang mit Abbiegen, Einbiegen oder Einfahren. Bei 42 Prozent der Unfälle handelte es sich um Stürze ohne Fremdbeteiligung. In 70 Prozent der Verkehrsunfälle wurden die Radfahrenden als Unfallverursacher geführt. Häufungen nach bestimmten Unfallorten sind nach Angaben der Polizei nicht erkennbar. 

Auffällig ist auch die Entwicklung bei E-Scootern. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Großburgwedel hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit E-Scooter-Fahrern im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. 2024 wurden vier solche Unfälle erfasst, 2025 waren es acht. Die Polizei führt dies vor allem darauf zurück, dass inzwischen mehr E-Scooter im Straßenverkehr unterwegs sind. Bei einem Unfall in Isernhagen wurde ein 15-Jähriger schwer verletzt, als er aus einer Grundstücksausfahrt auf die Straße fuhr. Bei den sieben anderen Unfällen wurde niemand verletzt. 

Die Polizei weist darauf hin, dass die Entwicklung bei E-Scootern noch nicht abschließend bewertet werden kann, da für die Jahre 2021 und 2022 keine ausreichend valide Erfassung vorliegt. Zudem dürfte die Dunkelziffer nicht gemeldeter Unfälle höher sein. E-Scooter hätten sich in den Innenstädten etabliert, stellten aber aufgrund fehlender gesetzlicher Vorgaben für Schutzausrüstung, etwa einer Helmpflicht, ein nicht zu unterschätzendes Verletzungsrisiko dar. Hinzu komme, dass achtlos zurückgelassene E-Scooter häufig ein Ärgernis, ein Hindernis und damit auch ein Unfallrisiko seien. 

Bei Verkehrsunfällen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss wurden 2025 insgesamt 13 Alkoholunfälle erfasst. In 33 Fällen blieb eine Fahrt unter Alkoholeinfluss folgenlos. Bei Betäubungsmitteln oder Medikamenten wurde ein Unfall gezählt, 27 Fahrten unter Einfluss von Betäubungsmitteln oder Medikamenten blieben folgenlos. Auch das unerlaubte Entfernen vom Unfallort bleibt ein Thema: 2025 wurden 315 Unfallfluchten registriert. Davon wurden 146 aufgeklärt. Die Aufklärungsquote lag damit bei 46,3 Prozent. 

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