
In Burgwedel hat die Bürgerinitiative „Gegen das Vergessen“ auch in diesem Jahr an die Erschießung von KZ-Häftlingen an der Pestalozzi-Stiftung erinnert. Seit mehr als 20 Jahren findet die Gedenkveranstaltung an der Scheune der Pestalozzi-Stiftung statt, um der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken.
Trotz starken Regens nahmen mehr als 50 Gäste an der Veranstaltung teil, darunter auch Teilnehmer des Buß- und Erinnerungsmarsches von Hannover nach Bergen-Belsen. Witterungsbedingt wurde die Gedenkfeier in die Scheune verlegt.

Foto: Stadt Burgwedel
Bürgermeisterin Ortrud Wendt dankte der Bürgerinitiative sowie allen Organisatoren für ihr langjähriges Engagement. In ihrer Rede machte sie die besondere Bedeutung des Ortes deutlich: „Die nationalsozialistischen Verbrechen geschahen nicht irgendwo – sie geschahen auch hier.“
Im Anschluss an die Gedenkansprache setzten die Anwesenden mit dem traditionellen Stecken von Blumen in den Busch unterhalb der Gedenktafel ein stilles Zeichen. Diese Geste steht seit vielen Jahren nicht nur für das Erinnern an die Opfer, sondern im Sinne des Gedichts von Schalom Ben-Chorin auch für Hoffnung.
Die Gedenktafel erinnert daran, dass an diesem Ort im April 1945 20 KZ-Häftlinge ums Leben kamen. Während der sogenannten Todesmärsche wurden etwa 1000 Häftlinge durch das Dorf getrieben und für eine Nacht in der großen Scheune der Pestalozzi-Stiftung eingesperrt. Als erschöpfte Häftlinge versuchten, einen Brotwagen zu erreichen, wurden sie von SS-Wächtern erschossen.
Die vollständige Rede der Bürgermeisterin ist auf der Homepage der Stadt Burgwedel unter www.burgwedel.de abrufbar.
Zum Abschluss der Veranstaltung unterstrich Ortrud Wendt die bleibende Verantwortung des Erinnerns. „Erinnerung ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Auftrag.“ Zugleich betonte sie die daraus erwachsende „gemeinsame Verpflichtung: für Menschlichkeit, für Respekt, für eine offene und demokratische Gesellschaft.“

Foto: Stadt Burgwedel
