Lithium-Ionen-Akkus: Wie Brände entstehen und wie man sich schützt

Akkus immer auf nicht brennbaren Untergründen und unter Aufsicht laden.
Foto: VöV

Lithium-Ionen-Akkus sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Sie stecken in Smartphones, E-Bikes, Werkzeugen oder Laptops. Gleichzeitig können sie bei falscher Nutzung ein erhebliches Brandrisiko darstellen. Darauf weisen die öffentlichen Versicherer hin. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft geht rund ein Drittel aller Wohnungsbrände auf elektrische Ursachen zurück.

Lithium-Ionen-Akkus speichern sehr viel Energie auf engem Raum. Diese Eigenschaft macht sie leistungsfähig, kann jedoch bei Defekten oder falscher Handhabung gefährlich werden. Wird ein Akku beschädigt, überladen oder falsch gelagert, kann es zu einer starken Überhitzung kommen. In solchen Fällen kann ein sogenanntes „thermisches Durchgehen“ auftreten, bei dem sich der Akku innerhalb weniger Sekunden selbst entzündet. „Viele unterschätzen diese Gefahr, weil Akkus im Alltag so selbstverständlich geworden sind“, erklärt Eleonora Parlabene, Abteilungsleiterin Schadenprävention bei den VGH Versicherungen.

Besonders häufig entstehen Akkubrände während des Ladevorgangs oder nach mechanischen Schäden. Wenn ein Gerät herunterfällt, sollte es sorgfältig kontrolliert werden. Dellen im Gehäuse, ein aufgeblähter Akku, ungewöhnliche Hitze beim Laden oder ein plötzlich stark nachlassender Ladezustand können Hinweise auf einen Defekt sein. Solche Akkus sollten nicht weiterverwendet werden und müssen ausgetauscht werden. Auch ohne sichtbare Schäden können im Inneren Defekte entstehen.

Extreme Temperaturen wirken sich ebenfalls negativ auf Lithium-Ionen-Akkus aus. Große Hitze oder starke Kälte können die Zellstruktur im Inneren schädigen. Wird ein Akku unter solchen Bedingungen geladen oder gelagert, kann das Risiko für Schäden deutlich steigen. Experten empfehlen daher, mobile Geräte möglichst bei Temperaturen zwischen etwa 20 und 45 Grad aufzubewahren.

Auch eine sogenannte Tiefenentladung kann problematisch sein. Dabei wird der Akku vollständig entladen, was zu dauerhaften Schäden an den Zellen führen kann. Moderne Geräte verfügen zwar häufig über Schutzmechanismen, dennoch sollten Akkus nicht regelmäßig bis zur vollständigen Entladung genutzt werden.

Kommt es trotz aller Vorsicht zu Rauchentwicklung, Knistern oder sogar zu einem Brand, sollte keinesfalls versucht werden, selbst einzugreifen. Von beschädigten oder rauchenden Lithium-Ionen-Akkus können giftige Gase ausgehen, die ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. In solchen Fällen ist es wichtig, sofort Abstand zu halten, den betroffenen Raum zu verlassen und möglichst die Tür zu schließen, um die Ausbreitung von Rauch zu verlangsamen. Anschließend sollte umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 alarmiert werden. Besonders bei größeren Akkus, etwa von E-Bikes, können Brände explosionsartig verlaufen und erfordern spezielle Ausrüstung der Feuerwehr.

Selbst bei sorgfältiger Nutzung lassen sich Schäden nicht vollständig ausschließen. Brände können erhebliche Kosten verursachen, etwa durch zerstörte Möbel, Schäden am Gebäude oder durch Rauch und Löschwasser. Eine Wohngebäude- und Hausratversicherung kann in solchen Fällen die finanziellen Folgen abdecken. Je nach Vertrag gehören dazu auch Folgekosten wie Aufräumarbeiten, Hotelunterbringung oder der Ersatz beschädigter Geräte. Eleonora Parlabene empfiehlt daher, den eigenen Versicherungsschutz regelmäßig zu überprüfen, insbesondere wenn im Haushalt mehrere hochwertige Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus verwendet werden.

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