Der CDU-Kandidat für das Amt des Regionspräsidenten, Prof. Dr. Oliver Junk, fordert eine Sicherheitsoffensive für den öffentlichen Personennahverkehr in der Region Hannover. Hintergrund seien zahlreiche Rückmeldungen von Fahrgästen im Zuge einer von ihm angestoßenen Debatte zur Stärkung der SPNV-Kompetenz bei der ÜSTRA.
„Bus und Bahn müssen sich für Fahrgäste und Beschäftigte wieder sicher anfühlen“, erklärt Junk. Nach seinen Angaben berichten viele Menschen von einem unsicheren Gefühl an Haltestellen oder in Bahnen, insbesondere in den Abendstunden. Dabei gehe es häufig weniger um schwere Kriminalität als um Belästigungen, aggressive Situationen oder die Unsicherheit, wie man sich im Ernstfall verhalten solle.
Nach Ansicht des CDU-Kandidaten besteht in der Region Hannover insbesondere bei der Prävention und der Handlungssicherheit für Fahrgäste eine Lücke. Gleichzeitig hebt er hervor, dass das Thema Sicherheit auch für die Beschäftigten im Nahverkehr von großer Bedeutung sei. Er verweist dabei auf eine aktuelle Umfrage der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, nach der fast jeder dritte Bahnmitarbeiter über eine Kündigung nachdenke. Als Grund nenne ein Drittel der Befragten die zunehmende Unsicherheit und Gewalt. Auch Beschäftigte mit direktem Kundenkontakt bei der ÜSTRA seien regelmäßig Beschimpfungen, Beleidigungen oder Bedrohungen ausgesetzt.
Junk spricht sich deshalb für zusätzliche Unterstützung für die Beschäftigten sowie für Deeskalationstrainings aus. Darüber hinaus müssten bestehende Maßnahmen weiter ausgebaut werden. „Videoüberwachungen und die Präsenz von Sicherheitskräften müssen noch intensiviert werden“, so Junk. Auch die Einrichtung einer Waffenverbotszone, wie sie die CDU-Regionsfraktion bereits vorgeschlagen habe, könne ein weiterer Baustein sein, um die Gefährdungslage zu reduzieren und das Sicherheitsgefühl von Fahrgästen und Fahrpersonal zu stärken.
Als Beispiel nennt Junk die Stadt Hamburg, wo im Rahmen einer Sicherheitsoffensive das Programm „Handlungsmut“ eingeführt wurde. In Workshops werde dort vermittelt, wie Fahrgäste in kritischen Situationen reagieren, Betroffenen helfen und Unterstützung organisieren können, ohne sich selbst zu gefährden. Ein ähnliches Programm könne auch für die Region Hannover sinnvoll sein.
Nach Ansicht des CDU-Kandidaten müsse neben Technik und Sicherheitspersonal auch eine Kultur von Handlungsmut gestärkt werden. Studien zeigten, dass mehr als zwei Drittel der Menschen in kritischen Situationen nicht eingreifen, weil sie unsicher seien oder eine Eskalation fürchteten. Zudem spiele der sogenannte Zuschauereffekt eine Rolle, bei dem die Wahrscheinlichkeit zu helfen sinke, je mehr Menschen eine Situation beobachten.
„Bus und Bahn müssen sich sicher anfühlen – für Fahrgäste ebenso wie für die Menschen, die täglich dafür sorgen, dass der Nahverkehr funktioniert“, erklärt Junk. Mit einer Sicherheitsoffensive wolle er das subjektive Sicherheitsgefühl stärken sowie Belästigungen und Konflikte schneller stoppen.
